Tag des offenen Denkmals 2020

Remberti seit eh und je.

Erinnern. Erhalten.

Neu denken.

„Unsern lieben Herrgott sein Landhaus“ – so wird sie gelegentlich genannt, die St. Rembertikirche Ecke Schwachhauser Heerstraße und Friedhofstraße. Sie wurde 1950/51 von dem Architekten Eduard Gildemeister ( 1897 – 1978 ) erbaut und ist das 5. oder 6. Gotteshaus, das für die Rembertigemeinde im Laufe der Jahrhunderte errichtet wurde, etwa ab 1306.

Der ursprüngliche Standort von Kirche und Gemeinde befand sich in der Nähe des heutigen Verkehrsknotenpunkts „Rembertikreisel“ zwischen Bahnhof und Innenstadt. An diesem Standort befindet sich noch heute die Altenwohnanlage Rembertistift. Dort wurde vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts vom Rat der Stadt ein Leprosenspital außerhalb der Stadtmauern errichtet. Aus dieser Anlage entwickelten sich Kirche und Gemeinde.Die letzte Kirche an diesem Standort, ein neugotisch-repräsentativer Bau (1871 bis 1942), fiel im WK II den Bomben zum Opfer.

Die Gemeinde entschloss sich zu einem Wiederaufbau an anderer Stelle, weil neue Verkehrslösungen geplant waren und viele Gemeindeglieder ohnehin im Stadtteil Schwachhausen wohnten.

Der Architekt E. Gildemeister entwarf eine bescheidene Kirche ( Baukosten: 200 000 DM ), die im Grundriss einem niedersächsischen Bauernhaus ähnelt und stilistisch Elemente des sog. Heimatstils und des Jugendstils ( Eingangstür) aufweist, aber mit ihrem Dachreiter auch an die vor-vorherige barocke Saalkirche (1738 bis Abriss 1869 )erinnert.

 

Auch Kanzel, Altar, Orgelempore, Gestühl und Wandleuchten hat der Architekt entworfen.

1958/59 wurde neben der Kirche das Gemeindehaus gebaut, ebenfalls von E.Gildemeister entworfen. Es bildet mit der Kirche ein denkmalgeschütztes Ensemble.

Einziger Bildschmuck der Kirche sind die Glasfenster hinter der Altarnische und in der Gaube der Orgelempore, gestaltet von Heinz Lilienthal.

Ein weiteres Kunstwerk befindet sich an der rechten Abschlusswand der Altarnische: 1953 konnte die Gemeinde Ernst Barlachs Plastik des gekreuzigten Christus erwerben.

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Video über das Denkmal in St. Remberti

Kommentar: Martin Pampus
Video & Schnitt: Marc Probst