Gewinnspiel – Entdecker und Erfinder

von | 20. November 2020 | Allgemein

Ein Rätsel von Dr. Ulrich Laux

Erfinder und Entdecker gibt es viele, aber Menschen des geistlichen Standes, die Zeit und Muße fanden, zu tüfteln und zu forschen, sind schon seltener. Die meisten unserer Protagonisten lebten im 17. bis 20. Jahrhundert, vermutlich wurden sie durch die zunehmend rasche Verbreitung des Wissens und des Fortschritts und den damit verbundenen Problemen zu Ihren Untersuchungen und Forschungen angeregt, die keineswegs antiquiert sind, sondern bis in unsere Zeit nachwirken und zu aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen beitragen und anregen. Die geneigte Leserin dieses Rätsel mag enttäusch sein, dass nur eine Frau vorgestellt wird, aber ihre Einsichten wirken bis in unsere Zeit hinein.
Wenn Sie die gesuchten Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringen, fassen die vier Worte die Summe der Ethik eines berühmten Humanisten zusammen.

Der Gewinnerin/dem Gewinner dieses Rätsels winkt als Belohnung ein kleines Buch von Volker Gerhard: Glauben und Wissen. In den Momenten des Nachdenkens hilft noch etwas Schokolade zur Entspannung.

Sie war eine der ganz großen Frauengestalten ihrer Kirche, der die Ehre zuteilwurde, zur Kirchenlehrerin erhoben zu werden. Den Heiligen-Titel hatte sie dabei schon längst erworben. Die Erkenntnisse, die sie bis in unsere Zeit bekannt und berühmt machten, verfasste sie erst in den letzten Jahren Ihres Lebens. Ihre ersten Niederschriften waren Zusammenfassungen ihrer Visionen, die oft in einer Zeitkritik mündeten, die die Missstände ihrer Epoche anprangerte, die von kirchenpolitischen und sozialen Spannungen geprägt war. In ihren Werken wurden jedoch nicht nur religiöse und politische Fragen angesprochen, „sondern sie verschaffte mit ihrem breit angelegten Werk einen vielseitigen Einblick in die Bereiche des wissenschaftlichen, ärztlichen und gesellschaftlichen Denkens der damaligen Zeit.“ Ihre Weltanschauung war einerseits von der Philosophie des Aristoteles geprägt, andererseits von den Regeln ihres Ordensgründers. Dazu gehörten die Demut, der Gehorsam und die „Mutter aller Tugenden“, die Maßhaltung und Unterscheidung. Ihre Erkenntnisse sind universell und daher auch noch heute gültig. Der Mensch, das gilt für jede und jeden, trägt Verantwortung für sich selbst wie für die gesamte Schöpfung. Sie betonte dabei immer wieder die Wechselwirkung zwischen dem Handeln des einzelnen und den Auswirkungen dieses Handelns auf das Ganze dieser Welt. Verzicht hat nichts mit Einschränkung und Minderung zu tun, viel aber mit wahrer Freiheit und mit Verantwortung. In ihrem medizinischen Wirken erschöpfte sich die Hinwendung zum Menschen nicht in unverbindlicher Gefühligkeit. Die Grundlage jeder Behandlung war die Wahrnehmung des ganzen Menschen und vielfach die Ermunterung schädliche Lebensgewohnheiten zu ändern. Erst wenn alles nicht half, verordnete sie stärkere Medizin. Sie haben vermutlich längst erraten, welche Person in diesem Rätsel vorgestellt wurde.
Gesucht ist der lateinische Ausdruck der „Mutter aller Tugenden“. Davon der erste, fünfte und letzte Buchstabe.

Obwohl ein gefragter Prediger und findiger Techniker und Naturforscher seiner Zeit, ist er heute so gut wie vergessen. Nur in der Stadt seines Wirkens ist an seinem ehemaligen Wohnhaus eine Gedenktafel angebracht. Geboren als Sohn eines Pfarrers, studierte er Theologie, brach das Studium aber nach zwei Jahren ab, um sich als Hauslehrer zu verdingen. Aber es kam anders. Da er bei seiner Gemeinde als Gelegenheits-Prediger großen Zuspruch gefunden hatte, wurde ihm als Extraordinarius eine Predigerstelle angeboten. Einige Jahre später verlieh ihm die Universität Wittenberg die Doktorwürde in Philosophie und kurz darauf erfolgte auch die Ernennung zum Doktor der Theologie der Universität Tübingen.
Doch neben diesem eher akademischen Leben machte er sich auch auf anderen Gebieten einen Namen und gilt „…als einer der bedeutendsten und kreativsten Wissenschaftler und Erfinder des 18. Jahrhunderts.“ Diese Schaffenskraft gefiel nicht allen und seine Gemeinde beklagte sich über so viel nicht-theologisches Tun.
Er tat sich ebenso als Botaniker wie als Zoologe hervor und war der Begründer der wissenschaftlichen Pilzkunde (Mykologie). Er richtete ein Museum ein, ein Naturalienkabinett, das öffentlich zugänglich war. Auch die Größen seiner Zeit sahen sich darin um, unter anderem auch ein Herr namens Joh. Phillip Moeller. Die Bestände des Museums wurden wenige Jahre nach seinem Tod aufgelöst und nur weniges wird noch in den Magazinen des Natural History Museums in London aufbewahrt.
Doch mit all diesem Wirken war er offensichtlich noch nicht ausgelastet und so präsentierte er eine „bequeme und höchstvorteilhafte“ Erfindung, die zumindest in damaliger Zeit vor allem den „Frauenzimmern“ die Hausarbeit erleichterte. Zu seinen Lebzeiten verkaufte er davon 60 Exemplare und bereits im 19. Jahrhundert war dieses Gerät in Deutschland weit verbreitet. Heute ist es in seiner modernen Ausführung aus keinem Haushalt mehr wegzudenken und erleichtert nicht zuletzt den Männern ihre Teilhabe an der Hausarbeit.
Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym des Besuchers des Naturalienkabinetts? Von seinem Namenspartikel den ersten Buchstaben und seinem bürgerlichen Namen die vier letzten Buchstaben. Um welches Gerät handelt es sich bei der Erfindung? Hiervon die vierten bis sechsten und den letzten Buchstaben.

Als Nonkonformist (Presbyterianer) war ihm das Studium an einer englischen Universität verwehrt, so studierte er im benachbarten Schottland Theologie und vermutlich auch Mathematik. In seinem Leben veröffentlichte er zwei Werke, ein theologisches und ein mathematisches. Die theologische Abhandlung hieß „Göttliche Barmherzigkeit oder der Versuch zu beweisen, dass das Hauptziel der göttlichen Vorsehung und Regierung das Glück seiner Geschöpfe ist“. In seinem einzigen mathematischen Werk, das zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde, verteidigte er die Infinitesimalrechnung Newtons. Vermutlich brachte ihm diese Arbeit die Ehre ein, zum Mitglied der Royal Society ernannt zu werden. Seinen geistlichen Beruf übte er bis zu seinem 50. Lebensjahr aus. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er mit mathematischen Studien.
Die Überlegungen, die ihn weltberühmt machten, waren gewissermaßen eine brisante Mixtur aus Religion und Mathematik. Philosophische Überlegungen seiner Zeit bezweifelten, dass der Mensch sich seiner Ansichten, seines Glaubens und des Zusammenhangs von Ursache und Wirkung absolut sicher sein könne. Dies war jedoch ein Angriff auf zentrale christliche Aussagen. Hieß das doch, dass aus der Existenz der Schöpfung nicht zweifelsfrei die Existenz eines Schöpfers folge. Zwar vertraten viele Mathematiker und Naturwissenschaftler die gegenteilige Ansicht, aber der Zweifel am Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung war gesät und unser Protagonist versuchte, das Problem mathematisch anzugehen.
Es ist ein Wunder, dass die Entdeckung dieses Mannes, eine mathematische Regel, nicht verloren ging, sondern später von einem berühmten Fachgelehrten wieder entdeckt und mathematisch ausformuliert wurde. Selbst dann trat sie jedoch noch nicht ihren Siegeszug an, sondern geriet für weitere 100 Jahre in Vergessenheit. Anhänger dieser Methode erkannten sehr bald ihren Wert für die Wissenschaft, mussten aber ihre Anwendung verheimlichen und die Verwendung anderer Verfahren vorgeben. Heute ist dieses Theorem unumstritten und trägt fairerweise den Namen seines ersten Entdeckers. Versicherungsmathematiker berechnen mit dieser Methode ihre Tarife, Alan Turing half sie, den Enigma Code zu entschlüsseln und mit ihr wurde eine verlorene Wasserstoffbombe lokalisiert.
Wer war nun der Entdecker dieses Theorems? Von seinem Namen den ersten und vierten Buchstaben.

Im Englischen unterscheidet man zwei Himmel: „sky“ als sichtbaren Himmel, der uns besonders in klaren und mondlosen Sommernächten mit seinen Sternen und Planeten überwältigt und dessen Blau wir im Sommer genießen und „heaven“, die Heimat religiöser Vorstellungen. Unser Protagonist kannte sich in beiden „Himmeln“ gut aus. Schon während seiner Schulzeit reifte in ihm der Wunsch heran, beides, Theologie und Naturwissenschaften studieren zu wollen. Aufgrund seiner außerordentlichen mathematischen Begabung bekam er Stipendien mehrerer ausländischer Universitäten und machte die Bekanntschaft einiger Berühmtheiten seines Faches. Dies alles wurde ihm von den Oberen seines Ordens erlaubt. Alsbald publizierte er grundlegende Erkenntnisse über den Anfang der Welt und fand begeisterte Zustimmung des wohl berühmtesten Physikers des vergangen Jahrhunderts: „Dies ist die schönste und befriedigendste Erklärung der Schöpfung, die ich je gehört habe.“
Bemerkenswerter Weise unterschied unser Protagonist zwischen Anfang der Welt und Schöpfung. Mit physikalischen Argumenten lehnte er das Wirken eines „ersten Bewegers“, eines Schöpfergottes, für den Anfang der Welt ab. Die Schöpfung hingegen sei eine theologische Aussage und der physikalischen Interpretation unzugänglich. Sein Verhältnis zu Naturwissenschaft und Glauben beschrieb er einmal so: „Ich habe keinen Konflikt, den ich heile muss. Die Wissenschaft hat meinen Glauben nicht erschüttert und niemals hat mein Glaube mich an Ergebnissen zweifeln lassen, die ich mit wissenschaftlichen Methoden erhalten hatte.“
In seiner Haltung, dass Gott mit den Mitteln der Naturwissenschaften nicht bewiesen werden könne, blieb er auch fest, als der Repräsentant seiner Kirche, die teilweise noch hypothetischen wissenschaftlichen Aussagen zum Anfang der Welt als Beweis für den biblischen Schöpfungsbericht deutete. Als Präsident einer wissenschaftlichen Akademie seiner Kirche, beeinflusste er zum Ende seines Lebens maßgeblich die Rehabilitation eines anderen Großen der Physik.
Gesucht werden die ersten beiden Buchstaben und der vierte und der letzte Buchstabe des Begriffes, der den kosmologischen Anfang beschreibt.

Wenn besonders genaue Zeitgenossen als „Erbsenzähler“ bezeichnet werden, dann war dieser Forscher wirklich einer. Seine Entdeckung war so bahnbrechend, dass ihm die seltene Ehre zuteilwurde, dass sein Name auch zur Verbform wurde. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen als Sohn eines Kleinbauern auf. Die Begabung des Jungen wurde gefördert und er schloss seine Schulausbildung mit der Matura ab. Weil seine Schwester auf einen Teil ihres Erbes zu seinen Gunsten verzichtete, war ihm eine zweijährige Universitäts-Ausbildung vor allem in Religion, Philosophie, Mathematik und Naturkunde möglich. Wie er später schrieb „…entschieden seine Verhältnisse seine Standeswahl.“, d.h. er trat in ein Kloster ein. Wirtschaftliche Not war wohl der Grund, diesen Weg zu wählen, zumal das Kloster für seine Weltaufgeschlossenheit bekannt war und seine Oberen ihn zu seinen Studien ermunterten. So wurden ein Gewächshaus und eine Orangerie für seine botanischen Untersuchungen gebaut. Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentierte er in Vorträgen und in einem Aufsatz, den er in 40 Sonderdrucken veröffentlichte. Einen davon schickte er an einen berühmten Zeitgenossen, den Vater der kopernikanischen Wende der Biologie. Der Adressat hat seinen Aufsatz allerdings nie gelesen, schließlich war er auf Deutsch geschrieben. Mit 62 Jahren starb er als hochgeachteter Abt seines Klosters. Auch wenn sein Nachfolger als Abt seine Bücher und Schriften verbrennen ließ und seine Arbeiten für mehr als 35 Jahre in Vergessenheit gerieten, so ist sein Nachruhm immens. Zum Auftakt der Ehrungen zu Beginn des folgenden Jahrhundert wies der Neffe dieses Naturforschers auf den Grundkonflikt dessen Lebens mit einem Zitat eines englischen Philosophen hin: „Wenig Wissenschaft entfernt von Religion, viel Wissenschaft führt zu derselben zurück.“
Wie hieß dieser Philosoph? Von seinem Vornamen die ersten beiden Buchstaben.

Dr. Ulrich Laux

Einsendeschluss ist der 10. Januar 2021. Wir wünschen Ihnen viel Glück dabei.

Bitte geben Sie für die Kontaktaufnahme wenn möglich eine Telefonnummer mit Vorwahl an.

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