Zeitungen, Radio, Fernsehen, Handy und Fax sorgen heute für die tägliche, schnelle Verbreitung von Nachrichten. Ach ja, es gibt ja auch noch Internet, E-Mails und Mailboxen, etc., etc., wo sich jeder die „News downloaden“ kann. 
Ein besonderes Augenmerk in unserer Arbeit liegt auf den Bereichen der Wahrnehmung und Bewegung; beides Bereiche, die im Alltag häufig zu kurz kommen. Kinder bewegen sich heute im Zeitalter des Computers viel weniger und einseitiger als Kinder in früheren Zeiten. Kinder verbringen heute viel Zeit vor dem Fernseher und dem Computer und halten sich dabei stets in Zimmern, sei es im Kinderzimmer, im Büro des Vaters oder im Wohnzimmer, auf. Es gibt nur wenige Freiräume für Kinder, wo sie klettern, balancieren und turnen können. 

Wir möchten den Kindern viel Freiraum für körperliches Bewegen geben, sei es durch die Raumgestaltung oder durch die Gestaltung des Außengeländes. Da wir zusätzlich den Kindergarten zu einem Bewegungskindergarten weiterentwickelt haben, konnten wir den Kindern viele grob- und feinmotorische Möglichkeiten eröffnen, sie haben die Chance, ihren Aktivitätsdrang auszuleben. Damit ist nicht gemeint, dass wir die Kinder nur toben lassen, aber das Toben kann zwischendurch notwendig sein, um aufgestaute Energien abzureagieren oder um einfach Freude an der Bewegung zu haben. 

Denn: „Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen“ heißt ein Film, der darlegt, dass Bewegungsmangel auch zu schulischen Versagen führen kann. 

Unsere Kinder, von denen wir immer meinen, sie hätten es so gut, sind gleichzeitig auch „arme, reiche“ Kinder. Ein Kinderzimmer voller (technischem ) Spielzeug, aber keine Wiesen und Wälder zum Versteckspielen und keine Sandflächen zum Buddeln. So gibt es kaum die Möglichkeit für unsere Kinder, allein die Umwelt zu erforschen, zu entdecken und zu erfahren. Auch hier wollen wir ausgleichend wirken: Im „Offenen Kindergarten“ können die Kinder zu fast jeder Zeit im gesamten Haus Spielorte für unterschiedliche Erfahrungen suchen und selbst einrichten. Sie können dort ihren Bedürfnissen entsprechend mit anderen Kindern zusammen sein oder sich zurückziehen. 

Kinder spielen im Garten, 2013Zweimal in der Woche können wir mit ein bis zwei Kindergartengruppen die Bewegungshalle des Sportvereins Bremen 1860 nutzen. Hier ist für die Kinder eine Bewegungslandschaft aufgebaut, in der sich die Kinder an den Geräten probieren und erproben können. Sie gehen immer wieder an ihre Grenzen, erweitern ihre Kompetenzen, bestimmen selbst ihr Tempo, bestätigen sich selbst und erfahren Anerkennung durch die anderen Kinder und die Erwachsenen. 

Unser Kindertagesheim erhielt im Herbst 2007 die Anerkennung als zertifizierter Bewegungskindergarten. Diese Anerkennung umfasst mindestens vier Bewegungsangebote in der Woche durch eine Übungsleiterin. Da eine Mitarbeiterin in unserem Kindergarten über eine Übungsleiterlizenz verfügt, werden die Bewegungseinheiten von uns selbst durchgeführt.