Sonntag, 7. April 2019 10:00 Uhr

Immer wieder Tomatensuppe. Und wenn das wenige Geld der Familie Warhola mal nicht fürs Essen aus der Dose reichte, gab es Ketchup mit heißem Wasser. Brrr... Die rot gefüllten Suppenteller, die Andrew und seine Brüder regelmäßig vorgesetzt bekamen, waren einige der wenigen Farbtupfer, die ihn erst viel später berühmt werden lassen sollten. Die Kunst von Andy Warhol lässt sich unmittelbar aus seinem Leben erklären und das macht ihn und seine Kunst so spannend. Von Micky Maus, Popeye oder Superman entwarf er schlichte Porträts und kombinierte sie mit dem Siebdruck. Hätte er die Schlümpfe gekannt oder den Monchichi, ich bin mir sicher, dann gäbe es auch von unseren Kindheitshelden wunderbare knallbunte Porträts. Eines seiner wohl berühmtesten Werke ist ein Bild von Marilyn Monroe. Warhol hatte ein feines Gespür für den Personenkult seiner Zeit und nutzte sie als Motive für Drucke oder als Darsteller für Filme. „In Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt sein“, lautet sein bekanntes Zitat. Der überaus produktive Künstler arbeitete in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren mit verschiedenen Gattungen, darunter Malerei, Bildhauerei und Medienkunst. Zuletzt konnte man einige unfertige Warhols in der Bremer Kunsthalle bestaunen. Warhol hielt Andersens Scherenschnitte in farbstarken Siebdrucken fest und leistete damit einen illustren Beitrag zu der künstlerischen Andersen-Rezeption. Heute wird Warhol selbst immer wieder neu interpretiert, kopiert und weiterentwickelt.