Montag, 25. März 2019, 19:30 Uhr

Zwischen den ethisch-moralischen Idealen und dem tatsächlichen Verhalten eines Menschen besteht nicht selten ein Widerspruch. Wer verantwortungsvoll und authentisch leben will, versucht diesen Widerspruch so gering wie möglich zu halten. Doch es gibt Situationen, in denen jede mögliche Entscheidung immer auch ein Handeln gegen die als richtig erkannten Einstellungen bedeutet. In der Pädagogik und Psychologie wird das als „moralisches Dilemma“ bezeichnet. Die nächste Filmreihe im RembertiKino stellt drei neuere Filme vor, in denen sich die Protagonist*innen mit solchen wirklich schweren Entscheidungen auseinandersetzen müssen.
Die Reihe beginnt mit 24 WOCHEN. Astrid (gespielt von Julia Jentsch) steht erfolgreich als Kabarettistin auf der Bühne, ihr Mann Markus (Bjarne Mädel) arbeitet als ihr Manager. Während der Schwangerschaft mit ihrem zweiten Kind erfahren sie, dass das Kind einen schwere Behinderung haben wird. Während Astrid eine Spätabtreibung in Betracht zieht, lehnt ihr Mann einen solchen Eingriff strikt ab. Auf der Suche nach dem richtigen Weg wird alles in Frage gestellt: die Beziehung, der Wunsch nach einem Kind, ein Leben nach Plan. Je mehr Zeit vergeht, desto klarer erkennen sie, dass nichts und niemand ihnen die Entscheidung abnehmen kann, die eine Entscheidung über Tod und Leben ist. Regisseurin Anne Zohra Berrached gelingt es, sehr einfühlsam und differenziert den schwierigen Weg des Paares darzustellen.

Zur Filmreihe "Schere Entscheidung. Moralische Dilemmata im Film"