Veröffentlicht am So., 31. Mai. 2020 09:41 Uhr

Pfingsten 2020... ist in Corona anders. Ganz ganz anders. Ich bekomme diese Pfingst-Bilder geschickt. Es gibt eine Pfingst-Challenge. Colours of RED. Rote Blumen. Rote Pullis. Rote Nägel. Rote Gesichter. Rote Socken. Roter Wein...

Und ich lese die Geschichte in der Apostelgeschichte. Menschen kommen da zusammen. Viele Menschen. Niemand sagt etwas von Mundschutzmasken, niemand desinfiziert Hände, niemand sortiert die Abstände. Alle umarmen sich. Herzen sich. Stehen beieinander. Reden. Singen. Und ich stehe da mit 1,5 Metern Abstand und Mundschutzmaske und denke: die sind alle betrunken, voll des roten Weins. Wir haben Corona. 

Ja, die Apostelgeschichte wusste davon nichts. Sie feierte. Und Gott schickte seine heilige Geisteskraft und sie tanzte wie in Feueralarmen auf ihren Köpfen. Begeistert waren sie. Beigeistert. Will ich auch. Sein. Ich will feiern. Mit allen. Jetzt sofort. Das wird teuer, sagt der neue Bußgeldkatalog aus Corona Zeiten. 

Und gerade heute vermisse ich das sehr: die Unbeschwertheit des Zusammenseins. 

Dieses Jahr hat Pfingsten eine besondere Bedeutung und die Erzählung aus der Bibel erinnert uns daran. Wir wollen zusammen sein, beieinander, uns umarmen ohne Angst. Deshalb schicken wir uns dieses Jahr Pfingstbilder und Pfingstlichter, um uns daran zu erinnern, dass der tiefste Ausdruck unserer Zuneigung zueinander eine Umarmung ist und die Gemeinschaft miteinander. Aber weil das nicht möglich ist, vertrauen wir darauf, dass uns der Glauben tragen kann, dass Gott seine liebende und tröstende Kraft auf uns hernieder lässt wie kleine Feuerflammen, die auf unseren Köpfen tanzen. Sie schützen uns nicht vor Corona, aber geben uns Kraft durchzuhalten.

Pastorin Isabel Klaus


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