Veröffentlicht von Isabel Klaus am Mo., 27. Apr. 2020 13:58 Uhr

Isabel Klaus: Lieber Karsten, seit einigen Wochen wird deine freie Zeit von  Remberti beschlagnahmt. Du filmst die Online-Gottesdienste. Warst du  vorher auch so oft in Gottesdiensten und wie fühlt sich das an, das  einzige Gemeindemitglied zu sein, das Gottesdienst feiert?  

Karsten Lehmann: Ich bin zur Zeit sicher sehr viel häufiger in den Gottesdiensten als sonst. Noch regelmäßiger als jetzt ist es ja auch kaum möglich. Es ist schon ein bisschen komisch als einziger "Teilnehmer" in der Kirche zu sein. Dadurch dass ich aber damit beschäftigt bin mir beim Drehen schon zu überlegen wie ich später alles im Schnitt zusammen bekomme kann ich mich natürlich nicht entspannt zurücklehen und den Gottesdienst feiern.

Isabel Klaus: Wir sind ja recht schnell ins neue kalte Wasser der  Online-Gottesdienste gesprungen. Was ist dir bei den Dreharbeiten  aufgefallen? Was hast du neu oder wieder entdeckt? 

Karsten Lehmann: Mir persönlich ist aufgefallen, dass man mit einfachen Mitteln und ohne viel technischen Aufwand so einen Online-Gottesdienst realisieren kann. Was ich auch jeden Fall neu entdeckt habe, ist das die Kirche so manches Geräusch von sich gibt wenn man so still ist. Hier mal ein Geräusch und da mal ein Knacken.

Isabel Klaus: Und nun mal ganz ehrlich, wie viel Zeit nimmt die Aufnahme in  Anspruch und wie viel Zeit die Arbeit um den Film zu erstellen? 

Karsten Lehmann: Die Aufzeichnung dauert im Schnitt gut 2-3 Stunden, dann haben wir alles im Kasten. Hierbei machen wir zum Beispiel die Textpassagen oft zweimal damit ich dann im Schnitt eine nahe und eine weite Einstellung habe. Bei der Musik nutze ich mittlerweile mein Handy zusätzlich, denn so habe ich direkt einen zweiten Blickwinkel. Dadurch haben wir dann im fertigen Gottesdienst ein bisschen mehr Schnittmöglichkeiten und Abwechslung. Den Ton nehmen wir separat auf und dies teilweise mit bei zu 4 Spuren. Dies wird dann Zuhause im Schnitt zusammengesetzt. Der Schnitt, die Titel und die Farbkorrektur, hierfür gehen schnell nochmal 4-5 Stunden ins Land. Da die einzelnen Gottesdienst gut vorbereitet sind und ich mich an der Struktur entlanghangeln kann geht es doch recht gut. 

Isabel Klaus: Würdest du noch einmal ja sagen, wenn du am späten Abend von mir  gefragt wirst, ob du Lust hättest einen Gottesdienst aufzuzeichnen? 

Karsten Lehmann: Ich sage ja quasi jede Woche zu neuem JA.  

Isabel Klaus: Was war die lustigste Situation vor der Kamera? 

Karsten Lehmann: Lustig würde ich es nicht nennen, aber es gibt immer wieder Bilder die man in der Kirche als normaler Besucher nicht sieht. Wer möchte könnte sich den Gottesdienst vom 10. April noch einmal genau ansehen, da gibt es ein paar Stellen an denen wir ein bisschen getrickst haben. Oder der Gottesdienst vom 12. April, dort gibt es einen Schnitt in dem man an der Orgel etwas sieht das man sonst als normaler Kirchgänger wohl nie zu Gesicht bekommt.

 

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