Veröffentlicht von Isabel Klaus am Mo., 27. Apr. 2020 13:53 Uhr

Isabel Klaus: Liebe Familie Kizler buchstäblich allein in Hohenfelde. Das gab es in der ganzen Geschichte unseres Freizeitheimes noch nie. Wie ist die Lage vor Ort? Wie geht es euch? 

Familie Kizler: Die Lage hier ist ruhig und derzeit sonnig, das Meer tief blau. Ja tatsächlich sind wir dank der Kontaktsperre gefühlt allein in Hohenfelde. Wir sind gesund und munter. Uns geht’s gut, wir sind ja da, wo andere gerade gerne Urlaub machen würden ;-) Gegen Einsamkeit gibt es glücklicherweise Telefon und Internet. 

Isabel Klaus: Sind Wind und Wellen gute Konfirmand*innen?

Familie Kizler: Naja, das ist ein schwieriger Vergleich. Gemeinsam haben sie vielleicht, dass sie mal ruhig, mal stürmisch sind. Beides gute und schöne Eigenschaften- aber ganz ehrlich wäre es schon schöner, wenn Konfis da wären und Wind und Wellen genießen könnten.  

Isabel Klaus: Was vermisst ihr am Meisten?

Familie Kizler: Euch- Jeden einzelnen von euch. Euren schönen Gesang im Haus und auf dem Gelände. Gute Laune und Lachen bei der Backschaft Torjubel im Hohenfelde- Weserstadion der sogar am Strand zu hören ist Und auch das Werkeln in der Küche. 

Isabel Klaus: Die Saison hätte längst begonnen, ihr wart startklar, das Lager voller Lebensmittel. Wie habt ihr das gehandhabt?

Familie Kizler: Die Absage der ersten Freizeiten war ja sehr kurzfristig- Donnerstagabend  bevor es dann Freitag losgehen sollte. Zum Glück waren die Lebensmittellager noch nicht alle gefüllt. Einen Großteil der bestellten Ware konnten wir noch kurzfristig stornieren. Sogar Freitagmorgen noch bevor dann Freitagabends der Arbeitsdienst begonnen hätte. Den Fahrer des Großlieferanten konnte ich auf der Straße abfangen solange er noch in der Fahrerkabine saß. Die Ware konnte ich dann, da ich mich auf die ab diesem Tag gerade neu geltenden besonderen Corona- Regeln im Kreis Plön berufen konnte, stornieren. Der Fahrer war etwas verwundert, ich war wohl der erste Kunde im Kreis Plön. Ein Anruf direkt vom LKW in die Lieferzentrale nach Kiel- dann war klar:  ich muss die Ware nicht annehmen, sie wird nicht abgeladen sondern  geht komplett zurück. Das war super. Von den schon angelieferten Waren habe ich was ging eingefroren. 

Isabel Klaus: In Remberti erzählen wir uns immer wieder von dem besonderen Geist in Hohenfelde. Der ist ja nun auch allein zuhaus. Macht er viel Blödsinn? Und wenn ja, welchen? 

Familie Kizler: Tja der besondere Geist hier in Hohenfelde….. Ab und zu kann man ihn entdecken und unbemerkt beobachten: Er hüpft hier über das Gelände, freut sich an den 240 austreibenden Heckenplanzen, dem üppigen Blütenmeer der gefühlt 1000 Blumenzwiebel. Legt sich mal hier mal dort in kuschelige, frisch gewaschene Betten, trifft sich trotz Kontaktsperre mit Kaninchen, Rehen, Gänse, Enten, Tauben, Austernfischern und weiß ich wem noch alles hier zu einem kleinem Plausch im Garten. Pfeift ein Liedchen vor sich hin, träumt in die Sonne und wartet ungeduldig auf euch. 

Isabel Klaus: Und wie geht es unserer Glocke? Sie läutet sonst immer zur Backschaft oder zum Essen oder auch mal zum Lagerfeuer. Kommt sie manchmal an die frische Luft und darf klingen? 

Familie Kizler: Psssst- nicht stören, bitte ganz leise! Die Glocke hält schön Winterschlaf. – Fest eingewickelt in die neue Bremer Fahne!

Isabel Klaus: Auf dem Gelände fallen viele Arbeiten an, die auch durch bestimmte Freizeiten mit getragen wurden. Ist das überhaupt machbar allein?

Familie Kizler: Wir nutzen die Zwangspause und packen mit unseren 4 Hände so manches an. Natürlich kommen wir nicht so schnell vorwärts, wie wenn viele von euch mithelfen. Eben immer eins ums andere. Wir tun was wir können und was die Zeit hergibt. Aber es bleibt bestimmt noch etwas für euch übrig.

Auf dem Foto ist Familie Kizler zu sehen am Ostermorgen. 


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