Veröffentlicht von Isabel Klaus am Mo., 27. Apr. 2020 13:44 Uhr

Isabel Klaus: Lieber Helmut, in der vergangenen Woche hattest du Bürodienst. Wie lief es so?

Helmut Holtmann: Von Tag zu Tag vollkommen unterschiedlich. Mal total ruhig, am nächsten Tag dann lauter Anfragen, ob im Sommer die Freizeiten in Hohenfelde stattfinden. Wie es aussieht mit Taufen und Trauungen in den nächsten Wochen. Ob wir jetzt schon Trauungen in das nächste Jahr verschieben können.  Dann steht natürlich die Pastor*innenwahl an. Die Mitglieder des Ausschusses sehen die Bewerbungen ein. Und die Auswahl der Bewerbungen für meine Nachfolge muss geregelt werden. Da ist das Büro im ständigen Austausch mit den Bauherren. Und nicht zuletzt die mich sehr bewegende Frage, wie geht es weiter mit Hohenfelde!

Isabel Klaus: Mittwochs bist du immer abends in der Teestube. Dort treffen sich unsere Konfirmand*innen und Jugendleiter*innen. Nun stehst du hier allein am Tresen. Schwelgst du in lebhaften Erinnerungen? In welche zum Beispiel?

Helmut Holtmann: Ich bin traurig und vermisse die Gespräche und das "rumalbern" mit den Jugendleiter*innen. Ich schwelge in Erinnerung an legendäre Jugendleiterfeiern in der Teestube. Ich vermisse das Klicken der Billardkugeln. Aber jetzt komme ich ein wenig dazu, mal meine Musik zu hören.

Isabel Klaus: Einige unserer Jugendleiter*innen stecken im Abi. Was hörst du von ihnen?

Helmut Holtmann: Da ich ja zur Zeit nicht direkt im Kontakt mit ihnen bin, höre ich nur vereinzelte Stimmen. Und die klingen gestresst.

Isabel Klaus: Die Osterfreizeit musste ja leider ausfallen. Wie ging es dir damit? Wieviele Jahre fährst du eigentlisch schon nach Hohenfelde? Wie oft warst du dort?

Helmut Holtmann: Emotional ist das ganz schwer für mich. Eigentlich wollte ich in der Oster- und Sommerfreizeit Abschied nehmen. Ich gehe j im November 2020 in den Ruhestand. Und deshalb hatte ich mich gegen die Absage der Osterfreizeit in den ersten Stunden auch heftig gewehrt. Aber sie war nun mal absolut notwendig. Zwei Tage nach dieser Entscheidung Anfang März haben Uli Bandt und ich uns mit den Jugendleiter*innen getroffen und ihnen die Gründe dargelegt. Das war für mich ein heftiger Moment, in die enttäuschten Gesichter zu schauen und auch noch den kleinsten Hoffnungsschimmer zerstören zu müssen. In diesem Moment konnte ich wieder feststellen, wie wichtig Hohenfelde für die Jugendarbeit ist. Ich fahre seit 1992 nach Hohenfelde. 1997 das erste Mal als ehrenamtlicher Jugendleiter. Seit 2001 begleite ich die Freizeiten nun hauptamtlich. Wie oft ich dort war? Lass mir ein wenig Zeit zum Rechnen. 

Isabel Klaus: Nun haben wir endlich eine Osterkerze. Nicht nur eine Kerze, sondern ein kleines Kunstwerk. War es schwer jemanden dafür zu begeistern?

Helmut Holtmann: Überhaupt gar nicht. Eigentlich erstellen wir Taufkerzen und die Osterkerze zusammen mit den Konfirmand*innen in unserer Osterfreizeit. Als feststand, dass die ausfällt, haben sich sofort spontan Leiter*innen bereit erklärt, das nun in Bremen zu machen.  

Isabel Klaus: Einige Jugendleiter haben ein Netzwerk zur Einkaufshilfe organisiert. Läuft das gut?

Helmut Holtmann: Ich bin so dankbar, dass Jugendleiter*innen das machen. Das war ja gar nicht meine Idee. Die stammt von denen selbst. Es läuft gut. Ich bin richtig stolz auf diesen Schatz, den die Gemeinde mit diesen Jugendleiter*innen hat! Und sie organisieren das alles selbst. 

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