Veröffentlicht von Isabel Klaus am So., 26. Mai. 2019 14:14 Uhr

Predigt am 26. Mai 2019 | Pastorin Isabel Klaus

Jesus sitzt im Kreise seiner Jünger*innen. Ein Abend wie viele Abende. Nur wir als Leser*innen des Johannesevangeliums wissen, dass sich dieser Abend unvergesslich in die Tradition des Christentums einbrennen wird. Das letzte Abendmahl. So werden wir diesen Abend nennen. Unzählige Male wurde es auf Leinwände gebannt wie hier von Giorgio Vasari im 16. Jh.Er zeigt das letzte Mahl an einem runden Tisch. Diese seltene Variante wählte auch Lucas Cranach der Ältere für den Reformationsaltar in Wittenberg. Am Abendmahlstisch sind nur vier Personen klar zu erkennen. Jesus in der Mitte, links neben ihm Petrus, rechts der sogenannte geliebte Jünger und vorn Judas mit dem Geldsäckchen. Weder Jesus noch seiner Jünger*innen wissen von der Endgültigkeit dieses Abends. Und wir lesen all die Reden, die Jesus an diesem Abend spricht, langsamer. „In der Welt habt Ihr Angst“, hören wir Jesus im Johannesevangelium sagen. Es ist ein wirkmächtiger Satz, der mir und uns aus dem Herzen spricht. In der Welt haben wir Angst. Man muss es kaum näher ausführen. Er klang in den politischen Duellen kurz vor den Wahlen aus dem Publikum. Die Medien haben keine Mühe gescheut, um möglichst volksnah zu wirken. Authentisch. Wir geben euch eine Stimme. Wir hören euch. Die Kameras ja. Ich höre einen Jugendlichen sagen, dass er Angst hat vor der Zukunft, vor dem Klimawandel. In der Welt haben wir Angst. Keiner der Duellanten, die um das Kreuz auf den Wahlzetteln gockeln, sagt auch nur ansatzweise etwas derart tröstliches wie Jesus. Nein die Duellanten blöken sich gegenseitig an, um möglichst viel Sprechzeit zu erhaschen und scheuen auch nicht davor, den Jungen, der Angst vor der Zukunft hat, einfach gegen den Kopf zu werfen: Bediene dich halt deines Verstandes. Das wird er sicher tun, wenn er heute seine Wahl trifft. (...)

Die restliche Predigt gibt es gern per Mail: isabel.klaus@gmx.de



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