Veröffentlicht am Fr., 25. Mai. 2018 18:00 Uhr

Unser syrisches Essen fand Mitte April am bis dahin sonnigsten Frühlingstag des Jahres statt, ganz unter dem Eindruck des West-Östlichen Divans von Johann Wolfgang von Goethe, dessen Gedicht „Talisman“ von Eva Senghaas-Knobloch und Mazen Al-Nahas auf Deutsch und Arabisch vorgetragen wurde.
Der Erfolg des iranischen Abends im Januar hatte sich offenbar herumgesprochen, denn diesmal waren mehr als 80 Gäste angemeldet. Weitere Tische mussten eiligst aufgestellt werden, und schließlich wurden fast 100 Teilnehmer gezählt. Viele Kinder spielten im Saal, im Garten und – besonders beliebt – unter den Tischen.

Der Gedanke war, dass „Okzident“ und „Orient“ zusammen kochen sollten. Ich war mit Afeiet in ihrer Wohnung in Gröpelingen verabredet. Allerdings hatte Afeiet im Handumdrehen ein Gericht, Maqloube, für zwölf Personen gekocht, während mir eher die Rolle einer bewundernden Statistin zufiel. In meiner Küche hätte es danach chaotischer ausgesehen!
Das Buffet war so reichhaltig und schön angerichtet, dass sich die Tische bogen und die Auswahl schwerfiel: Fattousch, Maqloube, Kabsa, Bamiea, Baba Ghannoush, Hummus, Mujaddara – allein die Namen lassen erahnen, wie köstlich alles geschmeckt hat, und da sind die Desserts noch nicht mal dabei. Goethe, kein Kostverächter, hätte seine Freude gehabt.
Nach dem „Divan“ sprachen Mazen Al-Nahas und Farhan Hebbo, dessen Kolumnen im Weser-Kurier uns schon bekannt sind. Farhan trug ein auf Deutsch selbstverfasstes Gedicht vor, das alle berührte.

Als Höhepunkt spielten Hussein, Raman und Meraz, die mit Gitarre, Saz und Gesang das Publikum mitrissen und zum Tanzen brachten. Ein Tanzkreis, angeführt von Nihad, vereinte Kurden, Syrer, Iraner und Deutsche aus vier Generationen – ja, wirklich, eine Uroma war mit ihrer Urenkelin dabei!
Ein großes Dankeschön an alle Köchinnen und Köche und an das großartige Helferteam! Eine knappe Stunde nachdem die letzten Gäste sich verabschiedet hatten, waren Tische und Stühle abgeräumt und verstaut, Berge von Tellern und Besteck gewaschen und der Albert-Schweizer-Saal sah wie neu aus.
Welch ein schöner, friedlicher Abend – so sollte es immer und überall sein…
Ulla Schneider

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