Veröffentlicht am Di., 13. Jun. 2017 13:00 Uhr

Ein ganzes Jahr lang hat hat die Installation auf der Wiese vor der Kirche Passanten und Gemeindeglieder zum Hinschauen und Nachdenken angeregt. Zuerst stand dort nur ein einzelner Stuhl, dann gesellten sich weitere Möbelstücke hinzu, durch weißen Anstrich verfremdet. Auf nächtliche Interventionen folgten neue Zusammenstellungen, Angebote des Künstlers zum Dialog. Ein Raum ohne Wände entstand, das „Zimmer für Abdollah“, Sätze auf Bürgersteig und Mauer kommentierten den Prozess. Die Möbel waren Wind und Wetter ausgesetzt, wurden verrückt, anschließend mit Verbänden umhüllt und wieder neu arrangiert.
Zuletzt schlug der Künstler weiße Holzpfosten ein, die - wenn man es so sehen will - an Grenzzäune erinnern; eine weitere Veränderung. So hat sich die Installation, die mit ihrem Titel MARE NOSTRUM auf die Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer anspielt, ganz anders entwickelt als ursprünglich erwartet. Die Idee, einen Holzkubus auf die Wiese zu bauen, verwandelte sich im Verlauf der Zeit.
Beim Religionsphilosophischen Salon Ende März gab der Münchner Künstler Peter Weismann Auskunftü ber seine künstlerische Vorgehensweise. Eine Fotodokumentation verdeutlichte den Prozess der Metamorphose über den Zeitraum eines Jahres.
Nun steht noch eine letzte Verwandlung an. In den nächsten Wochen wird das Kunstwerk nach und nach von schnellwachsenden Ranken und Blüten eingehüllt, überwuchert und damit ein weiteres Mal transformiert.

Kategorien Mare nostrum